FDP.Die Liberalen
Wädenswil
Kanton Zürich
04.12.2017

Eine einheitliche Notfallnummer im Kanton Zürich

Die gesetzliche Regelung des ärztlichen Notfalldienstes ist leider ein Paradebeispiel dafür, wie Selbstverständlichkeiten und Eigenverantwortung nicht mehr zu funktionieren scheinen. Es muss ein Gesetz erlassen werden, weil die Verantwortlichen es nicht mehr schafften, den Notfalldienst selber zu regeln.

Der Kanton Zürich und seine Gemeinden sind gesetzlich dazu verpflichtet, für einen funktionierenden ärztlichen Notfalldienst zu sorgen. Er gehört zur medizinischen Grundversorgung. Aerzte, Apotheker und Zahnärzte sind verpflichtet, ihn zu leisten.

Bisher stellten sie ihn aus eigener Kraft sicher. Insbesondere seitens der Aerzte erwies sich dies als immer schwieriger. Notfalldienst ist unattraktiv. Doch auch das Patientenverhalten hat sich verändert: Viele haben keinen Hausarzt und suchen bei Bagatellen die Notfallstationen der Spitäler auf. Eine teure Lösung.

Einigen Gemeinden drohte, ohne Notfalldienst dazustehen. Die Gesundheitsdirektion unter Thomas Heiniger FDP erkannte den Handlungsbedarf. Sie ergriff die Initiative und hat zusammen mit den Gemeinden, Aerzten und Apothekern den ärztlichen Notfalldienst organisatorisch und finanziell auf ein neues Fundament gestellt. Während 24 Stunden und an 365 Tagen im Jahr können die Bewohnerinnen und Bewohner des Kantons bei medizinischen Notfällen nun auf eine einheitliche Notfallnummer anrufen. Diese Triagestelle ist mit medizinischem Fachpersonal und Aerzten besetzt. Sie wird je hälftig von Kanton und den Gemeinden finanziert. Den Notfalldienst leisten und organisieren die Aerzte und Apotheker weiterhin selber. Einsätze werden über die üblichen Arzttarife abgerechnet.

Diese Dienstleistung ist ein grosser Mehrwert für die Bevölkerung. Die FDP allerdings bedauert, dass es ein Gesetz braucht, weil eine bisherige Selbstverständlichkeit nicht mehr funktioniert. Es löst keine Euphorie aus, dass die Gemeinden und Aerzte nicht in der Lage waren, die Herausforderungen selber zu lösen.

Die FDP hat die klare Erwartung, dass Patienten mit Bagatellen, die die Notfallstationen der Spitäler aufsuchen – immerhin ein bis zwei Drittel aller Patienten! – nicht aufgenommen werden, sondern auf die Notfallnummer verwiesen werden. Das investierte Geld in die Notfallnummer soll sich auf geringere Kosten der hauptsächlich steuerfinanzierten Spitäler niederschlagen.