FDP.Die Liberalen
Wädenswil

Fraktionsberichte 2017

DEZEMBER 2017: Gebührenverordnung/Voranschlag 2018

Traktandum 3: Weisung 24, vom 11. September 2017
Gebührenverordnung der Stadt Wädenswil

Die vom Stadtrat hastig hingeworfene Gebührenverordnung, die nur dank eines Zusatzefforts der vorberatenen Sachkommission von den gröbsten v.a. juristischen Schnitzer bereinigt werden konnte, überzeugt die FDP-Fraktion nicht. Insbesondere fehlt es an einem für die Einwohner von Wädenswil transparenten Überblick, für welche staatlichen Leistungen sie welche Gebühren in welcher Höhe bezahlen müssen. Sondern diese Informationen müssen auch in Zukunft in verschiedensten städtischen Verordnungen mühsam zusammengesucht werden; die Chance, mit Erlass der Gebührenverordnung hier für mehr Transparenz und Bürgerfreundlichkeit zu sorgen, wurde verpasst.

Aufgrund der zeitlichen Dringlichkeit, die Gebührenverordnung am 1. Januar 2018 in Kraft treten zu lassen, stimmt die FDP-Fraktion der vorliegenden Gebührenverordnung ohne Begeisterung zu. Bei nächster Gelegenheit – bspw. im Zusammenhang mit der Umsetzung der Eingemeindung von Schönenberg und Hütten – ist der Stadtrat aufgefordert, uns eine verbesserte Gebührenverordnung vorzulegen.

Traktandum 4:
Voranschlag 2018 und Festsetzung des Steuerfusses

Die FDP-Fraktion unterstützt den Antrag des Stadtrats, den Steuerfuss bei 85% zu belassen. Dank der Steuerfusssenkung der Oberstufe Wädenswil (OSW) sinkt der Gesamtsteuerfuss um 2 Prozentpunkte. Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung und steigert die Standortattraktivität von Wädenswil.

Bei einem Aufwandüberschuss von CHF 4.3 Mio. von einer Entspannung und einer Normalisierung des Finanzhaushalts zu sprechen, wie dies der Stadtrat in der Medienmitteilung zum VA 2018 schreibt, findet die FDP-Fraktion sehr optimistisch. Rigoroses Kostenmanagement und Hinterfragen der geplanten Investitionen sind weiterhin notwendig, um das Ziel einer ausgeglichen Rechnung bei gleichbleibendem oder noch besser sinkendem Steuerfuss zu erreichen.

Die FDP-Fraktion bemängelt, dass Investitionen in die Informatik im Umfang von CHF 0.44 Mio. für die Vorbereitung der Eingemeindung von Schönenberg und Hütten nicht transparent im Voranschlag ausgewiesen wurden.

Die FDP-Fraktion unterstützt den Investitionsantrag von CHF 150‘000.- für die Realisierung des Wasser- und Abwasseranschlusses kombiniert mit einer einfachen Toilettenanlage im Seegüetli. Hat sich doch der Kioskbetrieb bewährt und ist ein beliebter Treffpunkt geworden.

Die FDP-Fraktion unterstützt den Mehrheitsantrag der GRPK für die Streichung der Investition von CHF 390‘000.- in das Restaurant Bahnhöfli Au. Aufgrund einer fehlenden Immobilienstrategie ist der zukünftige Verwendungszweck dieser Liegenschaft nicht klar. Und durch den Entscheid für die Mittelschule könnten sich für diese Liegenschaft ganz neue Möglichkeiten eröffnen.

NOVEMBER 2017: Aufstockung Primarschulhaus Steinacher II unbestritten

Zur Weisung 22, Aufstockung und Umbau/Sanierung Primarschulhaus Steinacher II, Au ist die FDP-Fraktion der Meinung, dass die Bildung sehr wichtig ist. Konsequenterweise setzt sich die FDP jeweils dafür ein, dass die für einen Schulunterricht zweckmässige Infrastruktur bereitgestellt wird. Das betrifft insbesondere auch Schulhäuser, die, wenn in die Jahre gekommen, saniert werden müssen. Und die den gestiegenen Schülerzahlen und veränderten Unterrichtsformen baulich angepasst werden müssen. Die beantragte Aufstockung und Umbau/Sanierung des Primarschulhauses Steinacher II ist eine weitere Etappe im Gesamtkonzept Schulraum im Ortsteil Au, mit dem der dortigen Bevölkerungsentwicklung und der gestiegenen Schülerzahl Rechnung getragen wird. Die FDP steht hinter diesem Konzept und befürwortet somit auch dieses Projekt gemäss Weisung 22. Unschön ist, dass die Projektkosten die im FEP für dieses Projekt eigentlich eingestellten 2.05 Millionen Franken massivst, nämlich um das 2.7-fache überschreiten. Dies zeigt, dass hier noch erheblich Verbesserungspotential besteht und die im FEP aufgenommenen geplanten Investitionskosten zukünftig sorgfältiger geschätzt werden müssen, ansonsten der FEP als Führungsinstrument seinem Sinn entleert wird.
Zum Beschlussantrag des Büros, für die Einführung Audioprotokolle, Kreditbewilligung, Teilrevision Geschäftsreglement Gemeinderat erkennt die FDP-Fraktion, dass das heutige System der handschriftlichen Protokollierung der Ratsdebatten zur Entlastung der Ratssekretärin verbessert werden muss. Dies kann erfolgen durch den Einsatz eines PCs zur simultanen Protokollierung während der Ratssitzung, Einreichen der digitalisierten Voten der Redner, Unterstützung der Tonbandaufnahmen durch ein verbessertes Audiosystem. Insofern unterstützt die FDP-Fraktion den diesbezüglichen Mehrheitsantrag des Büros. Demgegenüber spricht sich die FDP-Fraktion dezidiert gegen den Minderheitsantrag des Büros aus, der die Umstellung auf eine Audioprotokollierung und die Einführung eines Rednerpultes verlangt. Damit würde der heute flüssige Ratsbetrieb, der sich auch durch spontane Wortmeldungen auszeichnet, unnötig erschwert. Zudem werden die Kosten für die Einführung und den Unterhalts eines Audioprotokollierungssystems und für die nötig werdende Umstellung der städtischen Website, auf welche die Audioprotokolle gestellt werden sollen, unterschätzt. Und schliesslich würde die Abschaffung der heute üblichen schriftlichen Ratsprotokolle dazu führen, dass sich die Bürger und Bürgerinnen nicht mehr schnell und einfach einen Überblick über die Ratsdebatten verschaffen könnten. Die Politik würde an Transparenz verlieren.

NOVEMBER 2017: Standortförderung noch nicht in allen Köpfen des Stadtrates angekommen

Die FDP-Fraktion unterstützt die Anträge in der Weisung 23 des Stadtrats zu den Landverkäufen ‚Werkstadt Zürisee‘. Diese sind ein Meilenstein in der Umsetzung des Projekts ‚Werkstadt Zürisee‘. Ist nun doch rund die Hälfte des Landes reserviert, die Verträge aufgesetzt und bereit zur Unterschrift. Es freut die FDP-Fraktion zu sehen, dass Firmen nach Wädenswil zurückkommen und sich neue Betriebe in Wädenswil niederlassen. Dies ist ein wichtiges Zeichen für Wädenswil als Wirtschaftsstandort, zumal Unternehmen Wädenswil leider auch verlassen, wie dies kürzlich betreffend die Frutarom bekannt gemacht wurde. Das in der Zürichsee Zeitung publizierte Interview zu diesem bedauerlichen Wegzug zeigt, dass die Stadträte der anderen Parteien offenbar immer noch nicht verstanden haben, dass es der FDP bei ihrem steten Bemühen, die Standortförderung voranzutreiben, nicht nur primär um Steuern geht. Mit jedem Wegzug eines Betriebes, mit jedem wegen Untätigkeit und Desinteresse verpassten Zuzug eines Unternehmens geht der Verlust an Arbeitsplätzen, Lehrstellen, Aufträgen für das lokale Gewerbe, Kunden für Gastronomiebetriebe und lokale Geschäfte etc. einher. Es muss definitiv ein Umdenken im Stadtrat stattfinden. Es gilt Wädenswil als Wirtschaftsstandort und nicht ‚nur‘ als Bildungsstadt aktiver über die Gemeindegrenzen hinaus zu vermarkten.
 
Die FDP-Fraktion ist von der mutlosen Antwort des Stadtrates zur FDP-Interpellation bezüglich Standortförderung auf die wiederholten Bemühungen der FDP-Fraktion, dem Stadtrat klarzumachen, dass eine energische und eigenständige Standortförderung zur Neuansiedlung von Unternehmen und zur Verhinderung des Wegzugs von weiteren etablierten Wädenswiler Firmen dringend nötig ist. Insofern hätte sich die FDP-Fraktion eine zukunftsgerichtete Strategie gewünscht, in welcher der Stadtrat aufzeigt, wie er Wädenswil als Wirtschaftsstandort positionieren möchte. Stattdessen hält der Stadtrat in seiner Antwort auf die Interpellation im Wesentlichen fest, dass er die kommunale Standortförderung an die regionale Standortförderung delegiert hat, sich selber also aus der Verantwortung rausnimmt. Obwohl eine Zusammenarbeit mit der regionalen Standortförderung sinnvoll ist, müssen wir in Wädenswil die Voraussetzungen für unsere Standortattraktivität selbst schaffen. Das Abdelegieren dieser Verantwortung ist eben nicht verantwortungsvoll. Wir hätten uns mehr erhofft. Der in den letzten Tagen bekanntgewordene Wegzug eines weiteren etablierten Wädenswiler Unternehmens und das gleichgültige Schulterzucken der nicht der FDP angehörigen Stadträte hierzu bestärkt uns in der Überzeugung, dass in Bezug auf eine aktive und wirkungsvolle Standortförderung in Wädenswil noch viel getan werden muss. Die FDP bleibt dran.

JULI 2017: Kindergarten in der Au ist sinnvoll

Zur Weisung 18 betreffend der Gesamtrevision der Abstellplatzverordnung unterstützt die FDP die Anträge des Stadtrates, allerdings ergänzt durch die Präzisierungs- und Änderungsanträge der Raumplanungskommission. Die revidierte Abstellplatzverordnung adressiert zu einem guten Teil Themen, die bei der Anwendung in der Vergangenheit teilweise zu unbefriedigenden Resultaten führten. Sei dies beispielsweise die Aufhebung der Parkplatzpflicht bei weniger als höchstens zwei Pflichtplätzen oder die Senkung der oberen und unteren Grenze für die Anzahl von Abstellplätzen, was auch einem anstehenden Bedarf bei Investoren und Architekten nachkommt. Allerdings schiesst die Vorlage, wie sie in der Weisung präsentiert wird, teilweise auch über das Ziel hinaus, nämlich dort, wo in die freie Marktwirtschaft eingegriffen wird. Die FDP ist deshalb dagegen, dass nun neu eine allgemeine Gebührenpflicht für alle öffentlichen Plätze eingeführt werden soll. Vielmehr soll jeder Anbieter von öffentlichen Abstellplätzen weiterhin selber entscheiden können, ob er für die Benut-zung der von ihm angebotenen Parkplätze eine Gebühr erheben will und wenn ja, in welcher Höhe. Desgleichen ist für die FDP die in der Vorlage vorgeschriebene Minimalanzahl von Pflichtveloabstellplätze pro Wohnung zu hoch, was zu einem ideologisch verbrämten und realitätsfernen Eingriff in die Eigentumsfreiheit münden und zu einem unnötigen Verschleudern von ohnehin beschränkten Landressourcen führen würde.

Zur Weisung 20 bezüglich Kindergarten Toblerweg 1 + 2 ist die FDP dafür. Die FDP macht sich seit jeher für Bildung stark und unterstützt folglich Projekte, die die für die Schule benötigte Infrastruktur bereitstellen. Ebenso konsequent überprüft die FDP aber die von der Schule verlangten Projekte jeweils nach deren Erforderlichkeit, Angemessenheit und Zweckmässigkeit. Steuergelder sollen nicht für Projekte ausgegeben werden, die nicht direkt dem Grundauftrag der Schule zugutekommen, sondern in nicht zu Ende gedachten Wunschprogrammen von selbsternannten Bildungsexperten, Schulreformer oder Sozialpädagogen versickern. Der mit der Weisung 20 präsentierte Abbruch und Ersatzneubau des Kindergartens Toblerweg ist erforderlich, angemessen und zweckmässig und passt in das von der FDP mitgetragene Schulraumkonzept für die Au. Erfreulich ist, dass der Stadtrat aus dem Debakel der gescheiterten ersten Vorlage des Erweiterungsbaus der Schulanlage Ort seine Lehren gezogen hat und heute ein Bauprojekt im Modulbau präsentiert, das auch finanziert werden kann. Der vom Stadtrat beschlossene Gebäude-Standard 2011 ist keineswegs zwingend, die FDP-Fraktion ist aber der Ansicht, dass von der Umsetzung dieses Energie-Standards bei städtischen Liegenschaften nicht ohne Not abgewichen werden sollte, wenn dies sinnvoll ist und nicht zu ungerechtfertigten Mehrkos-ten führt. Die FDP-Fraktion unterstützt deshalb den abgeänderten Antrag der Sachkommission, wonach beim Ersatzneubau des Kindergartens der Gebäude-Standard 2011 anzuwenden und somit eine Wärmepumpe sowie eine Photovoltaikanlage vorzusehen ist. Die Zusatzkosten für diese beiden energetisch sinnvollen Massnahmen dürfen jedoch nicht zu einer Erhöhung des von der Weisung beantragten Ge-samtkredits von CHF 1.45 Mio. führen.

JUNI 2017: Rechnung 2016 - Glück gehabt!

Der Stadtrat budgetierte ein Defizit von CHF 4 Mio. Mit der Hochrechnung im Herbst schockierte er mit einem prognostizierten Defizit von CH 9.6 Mio., um dann einen fast ausgeglichenen Rechnungsabschluss zu präsentieren. Dieser gute Abschluss ist auf den ersten Blick erfreulich. Doch der Schein trügt. Nur dank Einmaleffekten wie einem ausserordentlichen Grundstücksteuerertrag von CHF 3 Mio. und Quellensteuernachzahlungen von CHF 2 Mio. konnte ein Fehlbetrag von rund CHF 5 Mio. in letzter Minute abgewendet werden.

Glück gehabt kann man da nur sagen. Dafür fehlen jetzt aber die CHF 3 Mio. in der Rechnung 2017. Denn dieser ausserordentliche Grundstücksteuerertrag von CHF 3 Mio. wurde sowohl im 2016 als auch 2017 budgetiert. Nachhaltig ist dies nicht.

Aber neben diesen Sondererträgen haben auch Sparanstrengungen der Verwaltung zu einem besseren Rechnungsabschluss geführt. Dies ist vor allem ein Verdienst der FDP-Fraktion. Mit konsequentem Hinterfragen der Ausgabepositionen und dem Schmieden von Allianzen über die Parteigrenzen hinweg ist es der FDP-Fraktion gelungen, Budgetkorrekturen vorzuschlagen und Mehrheiten im Gemeinderat zu finden.

Den realisierten Einsparungen stehen jedoch immer höhere, kaum beeinflussbare Kosten zum Beispiel bei der Pflegefinanzierung und Ergänzungsleistungen zur AHV und der IV gegenüber. Dieses ‚strukturelle Defizit‘ in Millionenhöhe kann nicht allein durch Sparmassnahmen oder Steuererhöhungen aufgefangen werden. Dringend nötig wären Steuereinnahmen von juristischen Personen. Leider aber verlassen Firmen wie BASF und Von Roll Wädenswil – was einzelne Stadträte zu unbedachten und erstaunlichen Aussagen hinreissen liess, dass Wädenswil den Wegzug von Von Roll locker verkraften könne. Dabei wurde wohl nicht bedacht, dass solche Firmen Arbeitsplätze zur Verfügung stellen, ihre Mitarbeiter auch Steuern bezahlen und das lokale Gewerbe Aufträge erhält.

Nach solchen Verlautbarungen in der Presse stellt sich die Frage: Ist es dem Stadtrat wirklich ernst, neue Firmen nach Wädenswil zu bringen? Den Worten müssten jetzt messbare Taten folgen. Die Werkstadt Zürisee ist zwar ein guter Anfang, aber der Stadtrat muss endlich aktiv über die Grenzen von Wädenswil hinaus in grösseren Dimensionen denken.

Da es wohl noch einige Zeit dauern wird, bis sich genügend neue Firmen in Wädenswil niederlassen, fordert die FDP-Fraktion die Verwaltung auf, Bestehendes in Frage zu stellen, Abläufe zu hinterfragen und Synergien zwischen den Abteilungen zu realisieren. Wir müssen uns auf gesetzlich vorgeschriebene Aufgaben konzentrieren und nicht ein Überangebot von Wohlfühldienstleistungen anbieten. Gefragt ist eine schlanke und effiziente Verwaltung.
Die FDP-Fraktion bleibt am Ball. Die nächste Budgetsitzung kommt bestimmt.

MAI 2017: Grünes Licht für den neuen Werkhof und Sammelstelle

Die FDP-Fraktion erkennt bei der Weisung 17 die Notwendigkeit, dass die bestehenden Zustände, wie sie sich heute an der Wertstoffsammelstelle präsentieren, verbessert und optimiert werden. Das Gleiche gilt für das Zusammenführen der beiden heutigen Standorte Eintrachtstrasse und Werkhof. Dadurch können Synergien genutzt und schlussendlich Kosten gespart werden.

Es ist sinnvoll, die zu erneuernde Wädenswiler Wertstoffsammelstelle regional auszurichten. Damit wird das Ziel des Zweckverbandes für Abfallverwertung im Bezirk Horgen unterstützt, künftig nur noch drei Hauptsammelstellen zu betreiben, nämlich in Wädenswil, Adliswil und in der KVA Horgen.

Was bei der FDP-Fraktion aber Erstaunen hervorrief, war, dass die Realisierung dieses Projekt mit regionalem Charakter keine Vorbedingung vorsah, dass die Region, für die diese Hauptsammelstelle mitgebaut wird, einen finanziellen Beitrag an die Erstellungskosten leistet. Es ist mehr einer glücklichen Fügung zu verdanken, dass der Zweckverband noch während der Vorberatung in der gemeinderätlichen Kommission einen Kostenbeitrag in Aussicht stellte.

Die FDP-Fraktion erwartet vom Stadtrat, bei künftigen Geschäften im Voraus sicherzustellen, dass sämtliche Möglichkeiten, die finanzielle Belastung für Wädenswil zu mindern, erkannt und ausgeschöpft werden.

APRIL 2017: Standortförderung noch lange nicht perfekt

Das Postulat der CVP-Fraktion betreffend Begabtenförderung und Schulsozialarbeit der Primarschule erneuern rennt offene Türen ein. Es ist der Initiative der FDP-Fraktion zu verdanken, dass im letzten Jahr konstruktive Gespräche zwischen den Gemeinderatsfraktionen und der Primarschule geführt wurden. Im Verlauf dieser Gespräche ergab sich, dass sich die Primarschule Wädenswil in den Bereichen Begabungsförderung und Schulsozialarbeit Modelle leistet, die die kantonalen Vorgaben auch in finanzieller Hinsicht überschiessen und grundsätzlich hinterfragt werden müssen. Insofern muss das Wädenswiler Konzept der BegaFö und Sozialarbeit tatsächlich angepasst und weiter entwickelt werden, wie dies die CVP-Fraktion postuliert. Dies wurde erkannt und die Schulpflege arbeitet auch bereits daran. Erstaunlich ist, dass die CVP-Fraktion, die sich in den letztjährigen Gesprächen mit der Primarschule durchaus auch kritisch eingebracht und Verbesserungspotential gesehen hatte, nun den Anschein erwecken möchte, als ob sie nicht mehr verstehe, dass eine Optimierung im finanziellen Bereich der Qualität der Schule ebenfalls dienlich sein kann.

Die gestellten Fragen der Interpellation des BFPW betreffend Rendite der Liegenschaften im Finanzvermögen werden von der FDP-Fraktion unterstützt und als wichtig erachtet. Zusätzlich zu diesen Fragen möchte die FDP-Fraktion vom Stadtrat schon seit längerem erfahren, ob ein Liegenschaftskonzept besteht und wenn ja, wie dieses aussieht. Bis heute haben wir hierzu keine Antwort erhalten, sodass wir erwarten, dass der Stadtrat hierzu auch Aufschluss geben wird.

Die FDP-Fraktion ist in der Interpellation betreffend Verbesserung der Standortförderung in Wädenswil der Meinung, dass der Standort Wädenswil jetzt mit aller Energie aktiv gefördert werden muss und die organisatorischen Voraussetzungen hierzu erstellt werden müssen. Trotz einiger ermutigender Projekte, wie beispielsweise der Rütihof, scheint die aktive Standortförderung in Wädenswil noch stiefmütterlich behandelt zu werden. Gerade auch jüngste Aussagen von Exekutivmitgliedern in der zsz, wonach es nicht so bedeutend wäre, wenn ein weiteres Unternehmen den Standort Wädenswil verlässt, zeigt, dass wir noch viel zu optimieren haben. Bereits im Jahr 2014 hat die FDP-Fraktion in einer Interpellation mögliche Wege, wie eine aktive Standortförderung gelebt werden könnte, aufgezeigt. Diese sind leider vom Stadtrat nicht weiterverfolgt worden. Die FDP-Fraktion hat sich nicht entmutigen lassen und möchte mit der vorliegenden Interpellation dem Stadtrat die Möglichkeit geben, sich selbst zu hinterfragen, ob er alle Mittel ausgeschöpft hat, um sicherzustellen, dass das ansässiges Gewerbe hier bleibt und neues Gewerbe – und damit Arbeitsplätze und Steuerzahler – neu nach Wädenswil kommt.

JANUAR 2017: Emotionsloses JA zur Eingemeindung von Schönenberg und Hütten

Die FDP-Fraktion hat im Vernehmlassungsverfahren zur Eingemeindung von Schönenberg und Hütten vor allem die finanziellen Aspekte und Folgen des geplanten Zusammenschlusses im Detail geprüft. Wir wollten insbesondere wissen, ob es als Folge des Zusammenschlusses zu Steuererhöhungen oder zu einer Aufblähung der städtischen Verwaltung kommt.
Nach Prüfung der Modellrechnung und den Erläuterungen hierzu und nach Beantwortung unserer Vernehmlassung und Zusatzfragen kommt die FDP-Fraktion einerseits zum Schluss, dass der Zusammenschluss der Wädenswiler Kerngemeinde direkt nicht wirklich etwas bringt. Der als Pluspunkt in Aussicht gestellte Flächenzuwachs bringt uns weder zusätzliche Baulandreserven, was den Siedlungsdruck auf Kernwädenswil entlasten könnte, es stossen keine neuen finanzkräftigen juristischen Personen zu Wä-denswil noch bringen Schönenberg oder Hütten Infrastrukturen mit, die auf unserer Liste der geplanten Investitionen stehen würde, sodass wir unseren FEP entsprechend kürzen könnten.

Auf der anderen Seite – und das ist das Beruhigende, das wir aus dem Prozess gezogen haben – ist das Risiko für Wädenswil nicht allzu hoch. Folgt man der Modellrechnung und den Zusicherungen des Stadtrates, wird es zu keiner Steuererhöhung als direkte Folge des Zusammenschlusses kommen. Und selbst, wenn in der Modellrechnung die eine oder andere Position vergessen gegangen oder viel zu optimistisch beurteilt worden wäre, erhalten wir vom Kanton einen Zuschuss von CHF 7.6 Mio., um gerade solche allfälligen negativen Überraschungen auffangen zu können.

Sollte es zu einem JA kommen, werden wir unsere Neuwädenswiler herzlich und mit offenen Armen empfangen. Und der Wädenswiler Stadtrat und die Wädenswiler Verwaltung wird den Zusammenschluss umsetzen müssen. Und hier sehen wir das grösste Risiko im ganzen Prozess. Nämlich, dass es der Wädenswiler Stadtrat und seine Verwaltung versäumt, Synergien und Optimierungschancen und –möglichkeiten zu nutzen, die sich aus dem Zusammenschluss eröffnen. Dieser Zusammenschluss wäre eigentlich der ideale Moment, Abläufe in der Verwaltung, in den städtischen Betrieben und Abteilungen zu prüfen, zu hinterfragen, zu optimieren und allenfalls neu aufzustellen. Um dadurch das seit Jahren unkontrollierte Wachstum der Verwaltungskosten zu brechen und den Trend umzukehren. Aber das bedingt Wille und Führung, was die FDP-Fraktion in den letzten Jahren leider allzu oft vermisst hat. Allzu oft ist der Stadtrat nach Meinung der FDP-Fraktion versucht, den Wünschen und Ansprüchen von allen gerecht zu werden – ausser den Wünschen der Steuerzahler nach verkraftbaren Steuern. Und auch beim Zusammenschluss könnte die Versuchung all zu verlockend sein, die Verwaltung nach der Formel "Mehr Einwohner – mehr Verwaltung" aufzustocken, Strukturen doppelt oder sogar dreifach parallel zueinander laufen zu lassen, nur weil man sich vor unangenehmen Führungsentscheiden, auch bei Abbau von über-zähligem Personal, scheut.

Die FDP-Fraktion sieht das Risiko vom Zusammenschluss somit nicht bei Schönenberg oder bei Hütten, sondern bei unserer eigenen Verwaltung, bei unserer Führung in Wädenswil.